Tinnitus

Tin­ni­tus wird durch Fehl­funk­tio­nen akti­ver Neu­ro­nen ver­ur­sacht, deren Ursa­che meist psy­chi­sche Über­be­las­tung und kör­per­li­che Über- oder Unter­for­de­rung sind. Auch Lärm, Gif­te, Medi­ka­men­te, Ner­ven- oder Gehirn­schä­den, Hör­sturz, Ent­zün­dun­gen und Blut­hoch­druck gel­ten als Aus­lö­ser des chro­ni­schen Tin­ni­tus. Tin­ni­tus ist ein Sym­ptom patho­phy­sio­lo­gi­scher Gehirn­ak­ti­vi­tä­ten, wie z. B. erhöh­te Del­ta-Akti­vi­tät und redu­zier­te Alpha-Akti­vi­tät, die mit­tels EEG-Fre­quenz­band­ana­ly­se fest­ge­stellt wer­den kön­nen. Lie­gen z. B. erhöh­te Del­ta-Akti­vi­tät und redu­zier­te Alpha-Akti­vi­tät vor, wird ein Neurofeedback Fre­quenz­band­trai­ning durch­ge­führt, bei dem die Alpha-Akti­vi­tät im Ver­hält­nis zur Del­ta-Akti­vi­tät erhöht wird. Eine Stu­die von Dor­mann et al. (2007) bestä­tigt eine Reduk­ti­on der Tin­ni­tus-Laut­stär­ke um ca. 80%. Als gleich­wer­ti­ge, wenn nicht sogar über­le­ge­ne The­ra­pie wird indi­ka­ti­ons­ab­hän­gig das Training der Slow Cor­ti­cal Poten­ti­als (SCP-Training) durch­ge­führt. Dabei wird die rasche Anpas­sung an Rei­ze und Anfor­de­run­gen erlernt, um die Regu­la­ti­ons­fä­hig­keit des Gehirns her­zu­stel­len. Sowohl das Neurofeedback-Fre­quenz­band­trai­ning, als auch das SCP-Training der Slow Cor­ti­cal Poten­ti­als, regu­lie­ren die, für Tin­ni­tus ursäch­li­chen, Fehl­funk­tio­nen des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems (sie­he Stu­di­en­la­ge). Fehl­funk­tio­nen des peri­phe­ren Ner­ven­sys­tems, wie z. B. Hyper­ak­ti­vi­tät des m. tra­pe­zi­us, m. fron­ta­lis oder m. mas­se­ter, wer­den mit­tels vege­ta­ti­ver Ruhe- und Belas­tungs­ana­ly­se dia­gnos­ti­ziert. Liegt z. B. Mus­kel­hy­per­ak­ti­vi­tät vor, wird ein Biofeedback-EMG-Training durch­ge­führt, bei dem der Mus­kel­to­nus redu­ziert wird. Wei­ters wer­den durch aktive Regeneration und Biofeedback-Training Fehl­funk­tio­nen der Vital­pa­ra­me­ter regu­liert.